Hörvorsorge: Ein wesentlicher Beitrag zur Gesundheitsprävention

27.09.2021 | 2021, Allgemein, Pressemeldungen

Hör-Check ab 50 kann helfen, gravierende Gesundheitsrisiken zu senken

 „Demenz – genau hinsehen!“ lautet das Motto des Welt-Alzheimertags am 21. September. Zur Prävention sollte man nicht nur „hinsehen“, sondern unbedingt auch „hinhören“. Denn eine unversorgte Schwerhörigkeit im mittleren Lebensalter ist der größte potentiell beeinflussbare Risikofaktor für eine spätere Demenzerkrankung (Livingston et al 2020). Neuen Umfragen zufolge zeigt sich zwar ein Viertel der Deutschen über Zusammenhang zwischen Hörminderung und Demenz informiert – zum Hörtest gehen Menschen über 50 Jahren dennoch nur selten..

 Frankfurt, 20. September 2021 – Ein Viertel der Deutschen weiß um den Zusammenhang zwischen unbehandelter Schwerhörigkeit und einem höheren Demenzrisiko. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung des Marktforschungsinstituts Civey im Auftrag des Bundesverbandes der Hörsysteme-Industrie (BVHI). Eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu 2018: Damals zeigten sich nur 11 Prozent der Befragten darüber informiert. Seitdem erhärten weitere Studien den Zusammenhang zwischen unversorgter Schwerhörigkeit und einem höherem Demenzrisiko (Livingston et al 2020). Langzeitbeobachtungen legen zudem nahe, dass Menschen, deren Schwerhörigkeit mit Hörsystem versorgt wird, kein höheres Demenzrisiko aufweisen (Amieva et al. 2018).

 

Hörtests zur Vorsorge werden kaum in Anspruch genommen

 

Geht es um ihre Hörvorsorge, sind die Menschen im mittleren Lebensalter laut Civey zögerlich: Ein Viertel der über 50-Jährigen Befragten hat noch nie einen Hörtest gemacht. Bei 21 Prozent liegt das letzte Hörscreening mehr als fünf Jahre zurück. Dabei sind regelmäßige Hörtests wichtig: Ein altersbedingter Hörverlust ab dem 50. Lebensjahr beginnt oft schleichend und kann lange Zeit unbemerkt bleiben. Viele Betroffene handeln erst dann, wenn sich die Hörminderung nicht länger vor den Mitmenschen verbergen lässt.

Hör-Check ab 50 sollte Kassenleistung werden 

Gemeinsam mit HNO-Ärzten fordert der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie (BVHI), regelmäßige Hör-Checks ab dem 50. Lebensjahr in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufzunehmen. Das Wissenschaftliche Institut für angewandte HNO-Heilkunde (WIAHNO) unter der Leitung von PD Dr. Jan Löhler hat einen Mini Audio Test (MAT) in Form eines kurzen Fragebogens entwickelt und stellt diesen auch online zur Verfügung. Mit ihm können Haus- und Fachärzte die Hörsituation ihrer Patienten ab 50 Jahren z.B. anlässlich eines Routinebesuches überprüfen. Knapp jeder zweite Befragte über 50 Jahren wäre deutlich häufiger bereit als zuvor, das Gehör im Rahmen des Hör-Check testen zu lassen, wenn dieser eine Krankenkassenleistung wäre, so ein Ergebnis der Civey-Umfrage.

„Spätestens ab dem 50. Lebensjahr sollte das Gehör regelmäßig getestet und bei Bedarf professionell hörakustisch versorgt werden“, sagt Dr. Stefan Zimmer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Hörsysteme-Industrie (BVHI). “Zur Vermeidung möglicher Folgeerkrankungen, aber auch hoher Folgekosten unversorgter Schwerhörigkeit für die Sozial- und Gesundheitssysteme, plädieren wir gemeinsam mit HNO-Ärzten und Hörakustikern dafür, dass ein Hörscreening ab 50 in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen wird.”

Gesundheitsförderung und Kostensenkung im Doppelpack

Mit dem fragebogengestützten Hör-Check ab 50 können erste Hörverluste sofort erkannt werden. Er besteht aus sechs einfachen Fragen, deren Beantwortung nur wenige Minuten dauert. Zeigen sich hierbei Auffälligkeiten, erhält der Patient eine Überweisung zu einem HNO-Facharzt für einen Hörtest und weitere Untersuchungen. Eine einsetzende Schwerhörigkeit kann so rechtzeitig ärztlich diagnostiziert und hörakustisch versorgt werden.

Hier finden Sie die Ergebnisse der Civey-Befragung zum Thema. Informationen zum Mini Audio Test finden Sie hier.

 

Livingston et al. (2020): Dementia prevention, intervention, and care: 2020 report of the Lancet Commission, in: The Lancet Commissions, Volume 396, Issue 10248.

Amieva et al. (2018): Death, Depression, Disability, and Dementia Associated With Self-reported Hearing Problems: A 25-Year Study, in: The Journals of Gerontology Series A Biological Sciences and Medical Sciences 73(10)

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Katarina Sipple
Referentin PR und Events
Tel.: +4969-664263411
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